Deckenleuchter im Theatersaal

Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach

8. SINFONIEKONZERT

PROKOWJEW, RACHMANINOW & BRUCKNER 

ABSCHIEDSKONZERT VON CHEFDIRIGENT MARKUS HUBER

 

SERGEI PROKOWJEW: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Des-Dur op. 10

SERGEI RACHMANINOW: „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ für Klavier und Orchester a-Moll op. 43

ANTON BRUCKNER: Sinfonie Nr. 9 d-Moll WAB 109

„Musik ist die stärkste Form der Magie!“ – Als leidenschaftlicher Dirigent ist Markus Huber zutiefst von der transformativen Kraft der Musik überzeugt. Kaum ein Programm könnte diese Überzeugung eindrucksvoller unter Beweis stellen als jenes, das in diesem Sinfoniekonzert erklingt: Drei hochvirtuose Werke von Sergei Prokofjew, Sergei Rachmaninow und Anton Bruckner eröffnen auf ganz unterschiedliche Weise den klanglichen Kosmos der (Spät-)Romantik und zeigen, wie vielfältig, farbenreich und unmittelbar Musik wirken kann.

Für Markus Huber ist dieses Konzert zugleich ein besonderer Moment: Es ist sein letztes Sinfoniekonzert als Chefdirigent der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Seit 2019 hat er die musikalische Entwicklung des Orchesters geprägt, neue Repertoirewege eröffnet und gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern immer wieder jene besondere Intensität gesucht, die nur im unmittelbaren Erleben eines Konzerts entstehen kann.

Auf Wunsch von Markus Huber eröffnet der legendäre Pianist Bernd Glemser das Konzert mit Sergei Prokofjews „Klavierkonzert Nr. 1 Des-Dur“. Es ist Musik voller Selbstbewusstsein, Energie und Lust an der Provokation. Virtuosität, rhythmische Verve und orchestrale Farbigkeit verbinden sich zu einem hochenergetischen musikalischen Organismus. Hinter der spektakulären Oberfläche steht eine Musik, die vor allem nach Freiheit sucht: nach Freiheit von Konventionen und Erwartungen, aber auch nach einer eigenen musikalischen Sprache. Prokofjew stellt dabei nicht nur die Grenzen pianistischer Virtuosität auf die Probe, sondern sprengt zugleich die traditionellen Vorstellungen davon, wie ein Klavierkonzert zu klingen hat.

Mit Sergei Rachmaninows „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ zeigt Glemser anschließend eine ganz besondere Form musikalischer Verwandlung. Ausgangspunkt ist ein musikalisches Erbe: Niccolò Paganinis berühmtes „24. Capriccio“ wird zur Grundlage einer Folge von Variationen, in denen das scheinbar festgelegte Material immer neue Gestalten annimmt. Aus dem virtuosen Geigenthema entstehen groteske Episoden für Klavier und Orchester, tänzerische Bewegungen, lyrische Passagen und dramatische Steigerungen.

Den Schlusspunkt bildet Anton Bruckners „Sinfonie Nr. 9 d-Moll“. Bruckner arbeitete bis zu seinem Tod an seinem letzten sinfonischen Werk. Drei Sätze konnte er vollenden, der Finalsatz blieb Fragment. Doch gerade diese „Unvollendetheit“ macht die „Neunte“ zu einem der faszinierendsten Werke der Musikgeschichte. Sie besitzt keinen konventionellen Schluss, keine endgültige Auflösung. Stattdessen scheint sie immer wieder nach einem Ziel zu suchen, das sich letztlich entzieht. Vor allem im gewaltigen Adagio des dritten Satzes verdichtet sich diese Suche zu einer Musik von existenzieller Intensität: Bruckner lässt Klangmassen anwachsen, führt sie in Bereiche äußerster Spannung und zieht sie schließlich wieder zurück. Was bleibt, ist keine eindeutige Antwort, sondern eine eigentümliche Stille. Musik, die nicht einfach endet, sondern sich dem Verstummen nähert.

 

Dirigent

Markus Huber

Klavier

Bernd Glemser

Es spielt

Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach

Termine