Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
3. Sinfoniekonzert
SIBELIUS, BARTÓK & BEETHOVEN
ZEITSPRÜNGE
Jean Sibelius: Andante festivo für Streichorchester und Pauke, op. 117a
Jean Sibelius: Konzert für Violine und Orchester, d-Moll, op. 47
Béla Bartók: Konzert für Viola und Orchester, Sz. 120
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 1, C-Dur, op. 21
Sinfonik im Wandel der Zeit – Das Sinfoniekonzert „Zeitsprünge“ entführt auf eine Reise durch die Epochen der europäischen Musikgeschichte: von der Wiener Klassik Beethovens über die nordisch-mystische Klangwelt Jean Sibelius’ bis zur modernen Klangwelt Béla Bartóks. Drei Komponisten, die mit Fortschritt und Identität rangen, stehen exemplarisch für die Entwicklung sinfonischen Denkens in der Musikgeschichte. Beethovens „Sinfonie Nr. 1“ markiert den Beginn eines neuen kompositorischen Zeitalters. Noch in der Tradition Haydns und Mozarts verwurzelt, deutet sie bereits jene Energie an, die seine späteren Werke prägen sollte. In der Architektur der Sinfonie begegnet man einem jungen Komponisten, der die Regeln seiner Vorgänger achtet und zugleich hinterfragt. Revolutionär ist dieser Erstling weniger durch Bruch als durch Vorbereitung: die Emanzipation individuellen Ausdrucks innerhalb klassischer Form. Ein Jahr nach Beethovens Tod wurde Béla Bartók geboren – ein Künstler, der Grenzen zwischen Kunstmusik und Volksmusik überschritt. In Rhythmen und Melodien Osteuropas suchte er die Wurzeln einer neuen Sprache und formte daraus eine Musik, archaisch und komplex zugleich. Sibelius’ Violinkonzert entfaltet eine poetische Landschaft aus Natur, Einsamkeit und stiller Weite. Hier begegnen sich nordische Stille, musikalisches Feuer und klanglich gefrorenes Licht.
Maria Solozobova
Hyejin Lim