Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
2. Sinfoniekonzert
BRAHMS & BRUCKNER
MIT HERZ UND SEELE
Martin Sadowski: „arche/íon“ – Uraufführung
Johannes Brahms: Konzert für Violine und Orchester, D-Dur, op. 77
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 2, c-Moll, WAB 102
Johannes Brahms und Anton Bruckner – Zeitgenossen, kompositorische Genies und dennoch Antipoden. Beide entstammen derselben Generation, doch ihre Auffassungen von Musik könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Brahms Musik als formgerechtes Absolutum verstand, als Ausdruck persönlicher Empfindung – losgelöst von romantischer Programmatik –, wandte sich Bruckner einer transzendenten Dimension zu: Musik war für ihn Medium des Heiligen, Spiegel des Göttlichen. Brahms’ Werke hingegen sind reflexiv und sorgfältig gebaut, getragen von historischer Kenntnis und sinfonischer Strenge. Sein „Violinkonzert, D-Dur“, Joseph Joachim gewidmet, entstand aus einer engen künstlerischen Freundschaft, die Brahms’ Umgang mit der Violine entscheidend prägte. Virtuosität dient hier nicht dem bloßen Effekt, sondern dem Dialog. Bruckners „Sinfonie Nr. 2“ verfolgt einen anderen Ansatz: Klang entfaltet sich wie ein Gewölbe aus Spiritualität und Ehrfurcht. Essenziell sind die Pausen – erstmals werden Generalpausen zum integralen Bestandteil seiner „Raumwirkung“. Zwischen diesen beiden Polen spannt sich zugleich ein Bogen in die Gegenwart: Mit der Uraufführung von „arche/íon“ erklingt ein Werk des Komponisten Martin Sadowski, Träger des Eisenacher Bach-Kompositionspreises 2025.
Alexej Kornienko
Elena Denisova